Kaum hatte ich den letzten Post eingestellt, überkamen mich
Zweifel. Sind das etwa „verschrobene Theologen-Gedanken“, die mit dem Leben
konkreter Menschen und ihren Fragen herzlich wenig zu tun haben? Ist das
Anliegen „seine Seele zu retten“ überhaupt noch eines?
Heute scheint es doch eher um die nötige Rettung des Klimas oder gleich der Welt zu gehen. Firmen, Unternehmen oder manchmal auch gleich ganze Staaten sollten irgendwie gerettet werden. Wobei mir dazu die folgende bekannte Geschichte einfiel:
Ein Kind wollte mit seinem Vater spielen. Da der Vater weder Zeit noch Lust zum Spielen hatte, kam ihm eine Idee, um das Kind zu beschäftigen.
In einer Zeitung fand er eine detailreiche Abbildung der Erde. Er riss das Blatt mit der abgebildeten Welt aus der Zeitung und zerschnitt es in viele kleine Einzelteile. Das Kind, das Puzzles liebte, machte sich sofort ans Werk und der Vater zog sich zufrieden zurück.
Aber schon nach kurzer Zeit kam das Kind mit dem vollständigen Welt-Bild. Der Vater war verblüfft und wollte wissen, wie es möglich war, in so kurzer Zeit die Einzelteile zu ordnen.
„Das war ganz einfach!“, antwortete das Kind stolz. „Auf der Rückseite des Blattes war ein Mensch abgebildet. Damit habe ich begonnen. Als der Mensch in Ordnung war, war es auch die Welt.“
Ähnlich ist die Geschichte, welche vom Kirchenlehrer Franz von Sales überliefert wird. Als er eines Tages von einem anderen gefragt wurde, wie es möglich wäre, sich für den Frieden einzusetzen, lautete die Antwort: „Du kannst damit beginnen, die Tür leise zu schließen“.
Ganz fundamental möchte ich aber noch an etwas anderes, ganz Wichtiges, erinnern. Ohne die eigene Verantwortung unterbewerten zu wollen, sollten wir vermutlich das „Retten“ immer auch im Passiv denken. Für einen Missionar vom Kostbaren Blut, wie ich es bin bzw. immer mehr zu werden versuche, ist das entscheidend. Ich bin, wir sind gerettet, ein anderer ist für mich/uns in die Bresche gesprungen. Das Wissen darum mag mit Freude und Dankbarkeit und ja – einer gewissen Leichtigkeit – erfüllen.
Und damit können wir – in der Haltung von Mitarbeitenden – uns wieder ans „Retten“ machen…